Abgasskandal: VW-Manager muss in den USA sieben Jahre ins Gefängnis

Durch ein Schuldbekenntnis zu seiner Rolle im Abgasskandal hat der Deutsche Oliver Schmidt seine Strafe wohl noch reduziert: Ihm hatten bis zu 169 Jahre Haft gedroht.

Der VW-Manager Oliver Schmidt ist in den USA zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Zudem muss er eine Geldstrafe von 400.000 Dollar zahlen, so ein Sprecher des Bezirksgerichts in Detroit. Damit ist Schmidt der zweite VW-Mitarbeiter, der in den USA wegen seiner Verwiklung im Abgasskandal zu einer harten Strafen verurteilt wurde. Er hatte sich im August schuldig bekannt und sitzt bereits seit Januar in Haft.

Durch sein Schuldbekenntnis reduzierte sich das Strafmaß erheblich. Von ursprünglich elf Anklagepunkten wurden neun fallen gelassen. Unter anderem wurde der besonders gravierende Anklagepunkt “Betrügerischer Einsatz von Telekommunikationsmitteln” zurückgenommen. Allein für diesen Anklagepunkt hätte Schmidt eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren gedroht. Die potenzielle Haftstrafe in allen Anklagepunkten hätte sich im Extremfall auf 169 Jahre summiert.

Übrig blieben nur noch die Anklagepunkte Verschwörung zum Betrug gegen die USA, Überweisungsbetrug und Verstöße gegen das Gesetz für saubere Luft. Im Rahmen dieser Punkte zeigte der zuständige Richter Sean Cox dann letztlich keine Gnade. Das Strafgesetzbuch sieht für die ihm zur Last gelegten Verbrechen bis zu sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe zwischen 40.000 und 400.000 Dollar vor. Schmidts Anwalt hatte auf maximal 40 Monate Gefängnis und 100.000 Dollar Strafe plädiert

Oliver Schmidt war laut Anklage von Februar 2012 bis März 2015 in leitender VW-Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut. Die Anklage ging davon aus, dass Schmidt mindestens eineinhalb Jahre vor dem Bekanntwerden des Diesel-Skandals von den Betrügereien des VW-Konzerns gewusst hatte.

Das FBI hatte Schmidt im Januar während eines Winterurlaubs in Miami festgenommen. Der VW-Mann hatte eine Mittäterschaft am Abgasskandal lange abgestritten. Die US-Justiz hat in dem Zusammenhang noch weitere frühere oder aktuelle VW-Manager angeklagt. Ein Mitarbeiter von Schmidt, der sich als Konzeuge zur Verfügung gestellt hatte, erhielt im August eine dreijährige Haftstrafe. Die meisten Beschuldigten halten sich aber außerhalb der USA auf. Da Deutschland seine Staatsbürger nicht an andere Länder ausliefert, befinden sie sich bei einem Aufenthalt in ihrem Heimatland außerhalb des Zugriffs der US-Justiz.